
Laghi
di Lamar
|
|
Schlössern
|
Castel
Toblino 
Es ist
sicherlich das berühmteste unter den Schlössern des Trentino.
Seinen Ruhm verdankt es seiner einzigartigen Lage und seiner herrlichen
Umgebung. Aber auch den zahlreichen, teils finsteren Legenden, die
im angrenzenden Park und zwischen seinen Mauern auf fruchtbaren
Boden gefallen sind. Dieser bis vor einigen Jahrhunderten eine Insel
bildende Fels - der Wasserstand des Sees war früher zwei Meter
höher - wurde vor 2000 Jahren von Feen „bewohnt",
für die man im 3. Jahrhundert einen Tempel errichtete. Dies
„beweist" eine in die Mauer am Eingang eingelassene Tafel,
die von dem Archäologen Paolo Orsi als „einzigartig im
Bereich der römischen Epigraphik" definiert wird.
Bald
jedoch trat an die Stelle der magisch-religiösen Funktion die
militärisch-strategische und an Stelle des Tempels erhob sich
bald eine drohende Festung, um deren Besitz die Feudalherren der
Gegend lange Zeit stritten. Hingegen ist die heute viel besuchte
und bewunderte Burg das Resultat eines von Bernardo Clesio im 16.
Jahrhundert begonnenen Neubaus. Das Wasserschloß verwandelte
sich in eine von den Fürstbischöfen von Trient, insbesondere
von den Madruzzo, sehr geschätzte Residenz. Ausgerechnet Carlo
Emanuele Madruzzo, der letzte Fürstbischof aus der Dynastie
(die Diözese wurde 120 Jahre lang von vier Abkömmlingen
der Madruzzo beherrscht), steht mit der grausamsten Legende um Castel
Toblino in Verbindung. Danach habe der Bischof seine Nichte Filiberta
und den Bruder Vittorio vergiften lassen. Man erzählt überdies,
daß die Geliebte des Fürstbischofs, eine gewisse Claudia
Particella, ihm einige Sprößlinge geschenkt haben soll.
Die göttliche Strafe für den sündigen Bischof ließ
nicht auf sich warten: eines Abends überquerten Claudia und
ihr Bruder auf dem Weg zum Schloß den See in einem Boot, als
dieses kenterte und die beiden kläglich ertranken. In Vollmondnächten
sollen die Geister der beiden unruhigen Toten noch heute über
den Wassern des kleinen Sees dahinwehen.
Das Schloß wurde teilweise in ein Restaurant umfunktioniert.
|
|
|
Castello
del Buonconsiglio
Das
Schloß ist das Symbol der weltlichen Macht der Bischöfe
von Trient und zugleich Sinnbild des „italienischen Wesens"
der Stadt. Das Castello del Buonconsiglio war bis zur Säkularisierung
des Fürstbistums (1803) die Residenz der Bischöfe. Der
Innenhof diente später einem österreichischen Peloton
als Schauplatz für die Füsilierung von einundzwanzig Freiwilligen
aus der Lombardei, die für den Anschluß des Trentino
an Italien fochten. Während des Ersten Weltkrieges wurden auch
die Märtyrer des Trentiner Irredentismus, Cesare Battisti,
Fabio Filzi und Damiano Chiesa an dieser Stelle hingerichtet. Von
einem Felsrücken aus dominiert das Schloß die ganze Stadt
und scheint sie auch heute noch zu beschützen, wenngleich seine
einst die gesamte Stadt umfassende Mauer inzwischen abgetragen ist.
„Dosso del Malconsey" wurde jener Hügel im 13. Jahrhundert
genannt, was auf eine lateinische Verballhornung des ursprünglichen
Wortes „Mall" (oder „Mahl"), also Platz für
öffentliche Versammlungen und auf „Consilii"(Rat)
zurückgeht: es handelte sich also um den Versammlungsplatz
der Gemeinde. Als die Burg rund um die zylindrische Torre Grande
(oder Torre d’Augusto) Gestalt anzunehmen begann, entschied
man sich für einen Glück verheißenden Namen und
wählte „Buonconsiglio", was so viel heißt wie
„guter Rat".
Das Schloß wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach erweitert
und umgebaut. Neben dem mächtigen zylindrischen Turm entwickelte
sich zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert das „Castelvecchio"(alte
Schloß), während Fürstbischof Bernardo Clesio im
17. Jahrhundert den Magno Palazzo (großen Palast) errichten
ließ, als großartiges Beispiel für die Residenz
eines echten Renaissancefürsten. Die Fürstbischöfe
hielten hier bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Hof, auch wenn sie
mehrfach angesichts von Kriegen und Revolten zur Flucht gezwungen
waren. Der gesamte Komplex verdient einen Besuch, wie etwa auch
die Türme, Torre dell’Aquila (Adlerturm) und Torre del
Falco (Falkenturm), welche ursprünglich zum Mauerring gehörten.
In der Torre dell’Aquila ist ein herrlicher, die einzelnen
Monate des Jahres thematisierender Freskenzyklus zu sehen, der von
einem anonymen böhmischen Maler des 15. Jahrhunderts geschaffen
wurde und das Alltagsleben im späten Mittelalter darstellt,
wobei die Pracht der Höfe mit dem harten Überlebenskampf
der armen Leute kontrastiert.
Das Castello ist heute Sitz des „Museo del Risorgimento e della
lotta per la libertà"(Museum des Risorgimentos und des
Freiheitskampfes), es umfaßt des weiteren Sammlungen mit archäologischen
Fundstücken sowie Werke der antiken, mittelalterlichen und
neuzeitlichen Kunst. Die Räume dienen überdies immer häufiger
als prachtvoller Rahmen für bedeutende Ausstellungen, die jedes
Mal Tausende von Besuchern anziehen.
|
|
|
Castello
di Arco
Der
mächtige zinnenbewehrte Turm dominiert die ganze Ebene bis
zum nördlichen Ufer des Gardasees und kontrolliert nach Norden
hin das Sarcatal, einen schmalen Einschnitt zwischen den Bergen,
welcher in früheren Zeiten häufig von bewaffneten, in
Richtung Poebene ziehenden Horden unsicher gemacht wurde. Dem
Reisenden zeigt sich die von jahrhundertealten Zypressen umgebene
Burg als uneinnehmbar und eindrucksvoll. Doch dem aufmerksamen
Besucher wird auf dem Weg zur Festung hinauf sicher nicht das
enge Verhältnis zwischen Arco und seiner Burg entgehen. Beide
sind in immer engerer Staffelung durch einen Mauerring verbunden,
der einen steilen Berg hinaufführt und ein herrliches Olivenhain
durchzieht. Von den ehemals vier Zugängen zur Burg ist heute
nur noch das „Transfora" (der „Stranforio")
genannte Tor übrig.
Einstmals
gab es auch eine - die Existenz eines der Stadtmauer vorgelagerten
Wassergrabens bestätigende - Zugbrücke.
Die ersten Nachrichten über die Festungsanlage gehen auf
das 12. Jahrhundert zurück und berichten von dem Kampf zwischen
den Familien Sejano und Arco um deren Besitz. Schließlich
setzten sich die Herren von Arco durch und nahmen die Burg bis
zum Ende des 16. Jahrhunderts in Besitz, als sie die unbequeme
Festung verließen, um in die wohnlicheren Gebäude im
gleichnamigen Ort umzuziehen. Damit begann für die Burg eine
lange Phase des Niedergangs, der 1703 in der Plünderung und
Vernichtung durch ein von den französischen Truppen des Marschalls
Vendôme gelegtes Feuer gipfelte, nachdem dieser zuvor Trient
belagert und bombardiert hatte.
Die Burg steht Besuchern offen und bildet im Sommer den festlichen
Rahmen für Musik- und Theaterveranstaltungen. Beachtenswert
ist der Wachturm, in dessen Innerem sich eine in den Fels getriebene
Zisterne befindet. Das dort gesammelte Regenwasser wurde in ein
Leitungssystem aus Bleirohren eingeleitet.
|
|